Kategorien
Bibellehrer

Stress! Was hilft?

Vorab die Frage, was sind den überhaupt Ursachen für Stress?

  • Scheidung
  • Todesfall in der Familie
  • Schwere Krankheit
  • Tragischer Unfall
  • Verbrechen und Terror
  • Hektischer Lebensstil
  • Naturkatastrophen
  • Druck in der Schule oder am Arbeitsplatz
  • Berufliche und finanzielle Zukunftsängste

Stress ist die Reaktion unseres Körpers auf Situationen, die uns stark fordern. Stress als Körperreaktion ist an sich etwas Natürliches. Er hilft uns, Herausforderungen und Gefahren zu meistern. Positiver Stress lässt uns schneller agieren oder reagieren. In der richtigen Dosis können wir dank Stress Ziele erreichen und bessere Leistungen bringen.

Doch andauernder, extremer oder chronischer Stress ist schädlich. Wenn unser Körper immer wieder oder durchgehend auf Höchstleistung geschaltet ist, kann das körperliche, emotionale und mentale Folgen nach sich ziehen. Oft verändert sich unser Verhalten, besonders anderen gegenüber. Chronischer Stress kann auch in die Sucht führen oder anderen ungesunden Verhaltensweisen Vorschub leisten. Er kann außerdem Depressionen, Burn-out oder Selbstmordgedanken auslösen.

Wie kann man mit Stress richtig umgehen?

Beim richtigen Umgang mit Stress stehen drei Bereiche im Fokus: die Gesundheit, das menschliche Miteinander und die eigenen Ziele und Prioritäten.

Praktische Tipps:

Jesus sagt in Matthäus 6:34: „Macht euch deshalb niemals Sorgen um den nächsten Tag, denn der nächste Tag hat seine eigenen Sorgen“

Das bedeutet: Sorgen gehören zum Leben. Aber man sollte zu den Sorgen von heute nicht noch die Sorgen von morgen dazu packen. Man sollte möglichst einen Tag nach dem anderen angehen. Sich über Dinge aufzuregen, die man nicht ändern kann, macht den Stress nur noch schlimmer. Man sollte sich auch klarmachen, dass es oft gar nicht so schlimm kommt, wie man denkt.

Die Bibel sagt in Sprüche 17:27: „Ein Mensch mit Unterscheidungsvermögen bleibt gelassen.“

Das bedeutet: Finde heraus, was dich stresst, und achten auf deine Reaktion – auf deine Gedanken, Gefühle und dein Verhalten. Du kannst deine Reaktionen sogar aufschreiben. Je mehr dir bewusst wird, wie du auf Stress reagierst, umso besser kannst du damit umgehen. Denke auch darüber nach, wie du Stressfaktoren ausschalten kannst. Oder versuche zumindest, den Stress zu reduzieren, vielleicht indem du Zeit effizienter nutzt oder Aufgaben geschickter organisierst.

Versuche deinen Blickwinkel auf die Dinge anzupassen!

  • Unterstelle anderen nicht vorschnell verkehrte Beweggründe. Drängelt sich jemand vor, ist man schnell dabei, ihn für rücksichtslos zu halten und sich zu ärgern. Aber warum nicht positiv denken? Vielleicht hat derjenige gute Gründe.
  • Mache das Beste aus der Situation. Lange Wartezeiten beim Arzt oder am Flughafen sind erträglicher, wenn man die Zeit zum Lesen, Arbeiten oder für E-Mails nutzt.
  • Sieh die Dinge in der richtigen Relation. Wie groß ist das Problem morgen oder nächste Woche noch? Unterscheide zwischen Wichtigem und kleinen oder vorübergehenden Problemen.

Bring mehr Struktur in dein Leben

Die Bibel sagt in 1. Korinther 14:40: „Lasst alles anständig und geordnet geschehen.“

Das bedeutet: Gehe organisiert vor! Eine gewisse Struktur im Leben tut uns gut. Dinge aufzuschieben kann dem entgegenwirken und damit Stress auslösen. Und die Liste der unerledigten Aufgaben wird immer länger.

Hier 2 Tipps zum Ausprobieren:

  • Stelle einen realistischen Plan auf und halte dich daran.
  • Analysieren, was dich zum Aufschieben verleitet, und arbeite daran.

Wichtig ist auch die richtige Balance im Leben zu finden

Die Bibel sagt in Prediger 4:6: „Besser ist eine Handvoll Ruhe als eine doppelte Handvoll harter Arbeit und den Wind einfangen zu wollen.“

Das bedeutet: Workaholics können die Früchte ihrer „doppelten Handvoll harter Arbeit“ oft gar nicht genießen, weil ihnen einfach die Zeit und Energie dafür fehlt!

  • Git Arbeit und Geld den richtigen Stellenwert. Mehr Geld ist nicht gleichbedeutend mit mehr Glück – oder weniger Stress. Oft ist das Gegenteil der Fall. „Der Überfluss des Reichen raubt ihm den Schlaf“, heißt es in Prediger 5:12. Versuche, mit deinem Geld auszukommen, ein einfaches Leben ist oft stressfreier.
  • Gönne dir Auszeiten. Etwas Schönes zu machen baut Stress ab. Passive Freizeitgestaltung wie zum Beispiel Fernsehen ist allerdings nicht unbedingt hilfreich.
  • Lass dich nicht von deinen digitalen Geräten vereinnahmen. E-Mails, Textnachrichten oder soziale Netzwerke müssen auch mal warten können. Arbeitsbezogene E-Mails sollte man nur dann in der Freizeit checken, wenn es gute Gründe dafür gibt.

Auf die Gesundheit achten

Die Bibel sagt in 1. Timotheus 4:8: „Körperliches Training hat einen gewissen Wert.“

Das bedeutet: Regelmäßige Bewegung tut gut.

  • Achte auf einen gesunden Lebensstil. Bewegung hebt die Stimmung und baut Stress ab. Ernähre dich gesund und lass Mahlzeiten nicht einfach ausfallen. Gönne dir genug Ruhe.
  • Flüchte nicht in schädliche „Problemlöser“, denn langfristig vergrößert der Missbrauch von Nikotin, Drogen oder Alkohol den Stress. Oft bezahlt man dafür nicht nur mit seinem sauer verdienten Geld, sondern auch mit seiner Gesundheit.
  • Wird der Stress unerträglich, sollte man einen Arzt aufsuchen. Professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen ist kein Zeichen von Schwäche.

Die richtigen Prioritäten setzen

Die Bibel sagt in Philipper 1:10: „Prüft, worauf es wirklich ankommt.“

Das bedeutet: Mache dir Gedanken darüber, was für dich im Leben am wichtigsten ist.

  • Sortiere deine Aufgaben nach Priorität. Dann kannst du dich auf das Wichtigere konzentrieren und du erkennst leichter, welche Aufgaben delegiert, aufgeschoben oder sogar gestrichen werden können.
  • Halte eine Woche lang fest, womit du deine Zeit verbringst. Überlege dann, wie du deine Zeit besser nutzen kannst. Mehr Kontrolle bedeutet weniger Druck.
  • Plane bewusst Auszeiten ein. Schon durch eine kurze Pause kann man Kraft tanken und Stress reduzieren.

Nutze dein Umfeld

Die Bibel sagt in Sprüche 12:25 „Sorgen bedrücken das Herz eines Menschen, aber ein gutes Wort muntert es auf.“

Das bedeutet: Liebe und Mitgefühl von anderen Menschen lassen uns aufleben.

  • Sprich mit einem verständnisvollen Menschen. Solche Gespräche können unseren Blickwinkel ändern und uns sogar auf neue Lösungen bringen. Außerdem tut es einfach gut, sich seinen Kummer von der Seele zu reden.
  • Bitte um Hilfe. Vielleicht kannst du eine Aufgabe abgeben oder dir die Arbeit mit jemandem teilen.
  • Fühlst du dich von einem Kollegen gestresst, dann suche nach einer Lösung. Du kannst ihm freundlich und taktvoll sagen, welche Gefühle sein Verhalten bei dir auslöst (siehe oben Sprüche 17:27). Hilft das nicht, ist es manchmal am besten, nicht unnötig viel Zeit mit demjenigen zu verbringen.

Gott kann eine Hilfe sein

Die Bibel sagt in Matthäus 5:3 „Glücklich sind die, denen bewusst ist, dass sie Gott brauchen.“

Das bedeutet: Der Mensch braucht mehr als nur Essen, Kleidung und ein Zuhause. Er sucht nach etwas Höherem. Um glücklich zu sein, müssen wir dieses Bedürfnis erkennen und stillen.

Zu Gott zu beten kann eine große Hilfe sein. Die Bibel rät uns: „Werft alle eure Sorgen auf ihn, denn er kümmert sich um euch“ (1. Petrus 5:7). Das Gebet und positive Gedanken verhelfen zu tiefem inneren Frieden (lies auch Philipper 4:6,7).

Die Lebensweisheiten aus der Bibel können uns viel unnötigen Stress ersparen. Natürlich sind wir nicht in der Lage, Stress ganz auszuschalten. Aber unser Schöpfer kann das und wird das auch in Zukunft für die Menschheit umsetzen. Wie genau, erfährt man aus Gottes Wort, wir helfen gerne dabei.

(Quelle: www.jw.org/de/bibliothek/zeitschriften/erwachet-nr1-2020-mae-apr)